Die von den Phöniziern abstammenden Karthager erobern weite Teile Sardiniens. Die Karthager machen Sardinien zu ihrer Kornkammer und beuten die Erzvorkommen ebenfalls rücksichtslos aus. Als „Gegenleistung“ brachten die Karthager die Malaria auf die Insel, die sich bis ins 20. Jahrhundert hartnäckig auf Sardinien behaupten konnte. Die anschließende Eroberung und Belagerung durch die Römer machte für die Sarden praktisch keinen Unterschied mehr – die jeweiligen Machthaber mochten sich zwar abwechseln, der Belagerungszustand als solcher blieb jedoch unverändert bestehen. Nach dem Zweiten Punischen Krieg, der die endgültige Vertreibung der Karthager von Sardinien zur Folge hatte, begann Roms 650 Jahre währende Herrschaft über Sardinien.
Nicht zuletzt wegen der Malaria wurde Sardinien Treffpunkt von strafversetzten Beamten, verbannten Kriminellen und vertriebenen Juden und Christen. Die sardische Bevölkerung wurde verschleppt und als Sklaven verkauft. Die in die Enge getriebenen Sarden wurden von den Römern als „fellbehangene Barbaren“ bezeichnet, die sich an ihren Unterdrückern mit blutigen Raubzügen und Vergeltungsschlägen rächten.